Der Labrador
Ursprung Entgegen seines Namens stammt der Labrador Retriever nicht von den Küsten der Insel Labrador, sondern findet seinen Ursprung in Neufundland. Nach heutigem Stand stammt der Labrador vom kleinen St. John's Water Dog ab, der im Süden Neufundlands vorkam. Seine große Wasserliebe und angeborene Apportierfreude machten ihn zu einem wichtigen Helfer der einheimischen Fischer. Die Aufgabe des Water Dogs war es, verloren gegangenen Fisch oder ein abgetriebenes Fischernetz zu apportieren (engl. "to retrieve"). Ferner sollte er auf der Jagd Wassergeflügel aufstöbern und erlegtes Wild apportieren. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die ersten St. John's Hunde durch den unermüdlichen Seehandel zwischen Neufundland und der Hafenstadt Poole Harbour nach England. Der Earl of Malmesbury (1778-1841) kaufte sie den Fischern ab und benannte die schwarzen Hunde nach deren Heimat an der kanadischen Küste Labradors. Der Earl war maßgeblich an dem Import und der Verbreitung des Labradors auf englischem Boden beteiligt. Bald waren die Hunde in ganz Großbritannien als herausragende Apporteure bekannt, sei es im Wasser als auch an Land. Beschreibung Der Labrador ist ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund mit breitem Kopf und deutlichem Stop. Ein rassetypisches Merkmal stellt die "Otterrute" dar: sehr dick am Ansatz, sich allmählich zur Rutenspitze hin verjüngend, rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt. Auch das stockhaarige Haarkleid zeigt ein für diese Rasse typisches Erscheinungsbild: kurz, hart, nicht wellig, mit dichter Unterwolle. Die ideale Schulterhöhe beträgt für Rüden ca. 56 - 57 cm, für Hündinnen ca. 54 - 56 cm. Wesen Der Labrador ist ein aktiver, arbeitsfreudiger und gutmütiger Hund. Er ist sehr menschenfreundlich und geduldig mit Kindern. Als Wachhund ist der Labrador dagegen völlig ungeeignet. Aggressionen gegen Mensch und Tier sind ihm fremd. Der Labrador möchte seinem Besitzer gefallen. Die Engländer nennen diese Eigenschaft "will to please". Verwendung Als Ergebnis langjähriger Selektion auf jagdlich nutzbare Eigenschaften, ist der Labrador ein Hund mit einer vorzüglichen Nase und mit einem weichen Maul, womit er gefundenes Wild oder andere Gegenstände unbeschädigt seinem Herrn zuträgt. Seine Lernfähigkeit und Arbeitsfreude sollte man nicht nur bei der Ausbildung zum Jagd- oder sonstigen Arbeitshund nutzen, sondern auch beim reinen Familienhund. Unterforderte, in ihren Arbeitsanlagen nicht geförderte Hunde neigen dazu, unerwünschte Verhaltensweisen zu entwickeln. Heutzutage findet man den Labrador wegen seiner vielfältigen guten Eigenschaften im Einsatz als vielseitigen Jagdhund, Blindenhund, Therapiehund, Drogenspürhund, Rettungshund oder Sportkameraden bei Agility und Dummyarbeit. 
Die Rasse selbst wurde erst im Jahr 1904 vom englischen Kennel Club anerkannt, aber eine Reihe angesehener Aristokraten hatten bereits vorher seine Qualitäten erkannt und züchteten die Retriever als Experten für die Arbeit nach dem Schuss. Bei der Jagd bestand die Aufgabe des Hundes darin, dem Jäger ruhig und aufmerksam zu folgen und erst nach erfolgtem Schuss die Beute zu finden und heranzubringen.
Der Labrador wird in drei Farben gezüchtet: schwarz, gelb (reicht von hellcreme bis fuchsrot) oder braun (chocolate).
